Text: Marc Keiterling
Fotos: Archiv Thomas Ammerschläger & Marc Keiterling
Online seit: 14.September 2017

Tempomacher Thomas Ammerschläger

Er machte unter anderen dem RS Beine: Thomas Ammerschläger erzählt in der Capri aktuell spannende Geschichten aus seinen Kölner Jahren.

„Ich wusste schon mit sieben, was ich einmal werden möchte“. Der 1937 in Altefeld geborene und in Hannover aufgewachsene Thomas Ammerschläger hatte früh in seinem Leben einen klaren Plan. Mit Tempo hinterm Steuer sitzen gehörte dazu. Wie eine Etappe. Ein Zwischenschritt hin zum Entwickler, zum Tempomacher. Dieser Mann hinterließ unauslöschbare Spuren in der Automobilindustrie Deutschlands. Unter anderen bei Ford, im direkten Zusammenhang mit dem Capri. Der CCD hatte nun einen Termin mit dem Tempomacher.

Wir gehen das hier zunächst chronologisch an. Nach dem 1965 abgeschlossenen Maschinenbaustudium heuerte der technikbegeisterte junge Mann bei NSU an, als Fahrwerksingenieur in der Versuchsabteilung.

Abwechslungsreiche Jahre sind es in Neckarsulm. Die Prinzen werden erstmals im Rahmen von Crashtests zerknüllt, seinem Hobby-Rennfahrer- Wesen kann er neben der Entwicklungsarbeit frönen. So heißt der Sieger beim Rennen um den Rheinpokal auf dem Hockenheimring in der Klasse der Tourenwagen bis 1150 Kubikzentimeter anno 1970: Thomas Ammerschläger. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg übrigens. In den Fahrerlagern jener Jahre kommt es regelmäßig zu bilateralen Gesprächen. Auch mit Ford. Dort wurde mit Erscheinen des Capri ab 1969 in der Motorsportabteilung Gas gegeben, treibende Kraft jener Jahre war deren Chef Jochen Neerpasch. Als die Capris dann aber allzu erfolgreich wurden - so holte sich der spätere Formel 1-Pilot Hans- Joachim Stuck 1972 den Titel des Deutschen Rennsportmeisters auf einem RS - wurden sie in Bayern zornig. Neerpasch und Stuck warben die Münchener ab. Michael Kranefuß, vorher auch am Steuer schneller Kölner Autos aktiv und Neerpaschs rechte Hand, übernahm die Leitung der Abteilung.

Text & Fotos: Alexander HeinzOnline seit: 14.September 2017

Mein Name ist Alexander Heinz, ich bin 40 Jahre jung und komme aus dem schönen Oberfranken. Meine „Capri- Infektion“ stellte sich bereits im zarten Alter von 15 Jahren ein. Viele Jahre sind das, wie auch die folgende Geschichte rund zwei Jahrzehnte umfasst. Und in jedem Fall noch nicht zu Ende ist.

Alex mit 15 also. Damals hatte der Freund meiner Schwester einen verbreiterten Drei Liter Essex. Die lange Schnauze und das Coupé-Heck gefielen sofort und es erging mir so wie vielen. Der besagte Capri wurde damals schon im Winter zerlegt und ich durfte zum ersten Mal bereits mit Hand anlegen. Aber wie das Leben ebenso spielt, nichts hält für ewig, die Beziehung endete. Also die meiner Schwester, meine zum Capri blieb.

„Der wird wieder hergerichtet“

Jedes Mal wenn ich einen im Straßenverkehr sah - tja, das konnte man damals tatsächlich des Öfteren erleben- entflammte diese alte Liebe immer wieder. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Im engeren Familienkreis war eine Fraktion schon immer Ford-affin und so kam es, dass ich eines Tages meinen Paten von einer freien Werkstatt abholen musste, wo er seinen Orion zur Wartung gegeben hatte.

Ich betrat die Werkstatthalle und da stand er dann, aufgebockt über einer Grube, Räder ab, Motorhaube offen und in einem damals schon ziemlich desolaten Zustand. Auf die Frage, was denn mit dem Auto geschehe, kam zur Antwort:

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kontakt holte Alexander Heinz diesen Capri
von der Hebebühne.

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kontakt holte Alexander Heinz diesen Capri von der Hebebühne.

„Der wird wieder hergerichtet“. Das muss in den Jahren 1997/98 gewesen sein. Die Jahre vergingen, im April 2007 kaufte ich mir schließlich meinen ersten Capri, einen 81er 2,8i. Eine Bastelbude, aber mit guter Substanz. Angesichts damaliger Unkenntnis hat sich erst später herausgestellt, dass dieser wohl erst im Nachinein zu einem Super Injection umgerüstet wurde, inklusive Innenausstattung und 5-Gang Getriebe.

Im August des gleichen Jahres konnte ich noch einen 2,8i erwerben, der sein Dasein seit mehreren Jahren im Hinterhof einer freien Werkstatt in der Oberpfalz fristete. Eigentlich war dieser als Ersatzteilträger gedacht, aber die spätere Analyse der Fahrgestellnummer ergab, dass es sich wohl um einen der letzten „Deutschen“ aus dem September 1984 handelt. Das ist selbstverständlich mal überhaupt nix zum Schlachten. Also habe ich umdisponiert, den 81er zurückgestellt und beschlossen, den 84er zu machen.

Text: Marc Keiterling
Fotos: Jürgen Schemel, Marc Keiterling & Dirk Appel
Online seit: 02.September 2017

CCD Workshop Ingelhein 2017

Bereits zum zehnten Mal fand in diesem Jahr der Workshop des CCD statt. Und bereits zum dritten Mal war der Autopark Bihn & Bittmann, Ford-Servicepartner in Ingelheim am Rhein, Ausrichter unserer Veranstaltung. Zahlreiche Capris und noch mehr Capri-Besitzer hatten sich eingefunden. Club-Mitglied Rainer Schmelzeisen präsentierte in diesem Jahr als Schrauber-Thema den Austausch der Hinterachse sowie den Austausch der Fahrwerkslager von Blattfedern. Auch die Stoßdämpfer wurden dabei getauscht.

CCD Workshop Ingelheim 2017
CCD Workshop Ingelheim 2017

Text: Marc Keiterling
Fotos: Kirsten Schmidt, Elke Weinfurter, Marc Keiterling & Frank Lehmann
Online seit: 20.Juli 2017

„Musik, Motoren, Petticoats“ - und tatsächlich von jedem Begriff eine riesige Auswahl. So geht es zu bei der Rheinbach Classics, die mit dem genannten Motto wirbt. Livemusik möchte man ergänzen, Capri-Hosen und ein automobiler Ausnahmezustand waren nun zum zwölften Mal in der Stadt nahe Bonn zu verzeichnen.

CCD Info-Stand Rheinbach Classics 2017
Corso Rheinbach Classics 2017

Text: Marc KeiterlingOnline seit: 19.Juli 2017

Diplom-Ingenieur und Hobby-Rennfahrer Thomas Ammerschläger machte unter anderem den sportlichen NSU-Modellen in den späten 60ern als Entwickler Beine, war später als Technischer Geschäftsführer der BMW M-GmbH einer der Väter des M3. Dazwischen erdachte er jenen Capri, der BMW und Porsche trotz 200 PS weniger unter der Haube in der DRM der Jahre 1980 und 1981 stehen ließ. Wolfgang Stein, 2. Vorsitzender des CCD, hat Ammerschläger jetzt besucht und viele interessante Geschichten gehört. Darüber berichtet die Auto Bild Klassik in der aktuellen Ausgabe 08/17, die jetzt im Handel ist.