Die 13. Ausfahrt des Capri Club Deutschland hielt in diesem Jahr eine Besonderheit bereit. Das Schloss Weilburg diente dem CCD als „Fahrerlager“. Beisitzer Ralf Geisler, 2025 letztmals Organisator der Veranstaltung, lotste die „Capri-Clique“ an einen besonderen Ort.
Empfang im Innenhof des Schlosses: Organisator Ralf Geisler (rechts) und der 1. Vorsitzende Günter Schiffer begrüßten die Teilnehmer mit dem traditionellen Sektumtrunk zur diesjährigen CCD-Ausfahrt.
Das Schloss Weilburg ist eine der bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen. Auf einer Länge von 400 Meter erhebt es sich auf der Ostflanke eines zum Taunus gehörenden Bergsporns über der Lahn und bedeckt fast die Hälfte der Fläche der Weilburger Altstadt. Das 1545 bis 1590 erbaute Hochschloss zählt zu den am besten erhaltenen Renaissanceschlössern in Hessen.
Der Viehhof wurde zum Hotel
Nördlich des Hochschlosses befindet sich der trapezförmige Viehhof auf einem tiefer liegenden Geländeniveau. Ursprünglich befand sich hier die Viehsammelstelle der Stadt Weilburg. Unter Graf Friedrich von Nassau Weilburg (1655 bis 1675) wurde nach dem 30-jährigen Krieg hier der Wirtschaftsbetrieb des Schlosses errichtet. Heute werden die meisten Flügel des Viehhofs vom Schlosshotel genutzt. Die ehemalige Reithalle wird heute von der Stadt Weilburg als Stadthalle betrieben. Am Sonntag wurde, zum Abschluss des Wochenendes, noch eine Führung durch die imposante Anlage angeboten. Wer dies nicht mitmachte, oder sich zuvor auch nicht auf eigene Faust umsah, erkannte erst im Nachhinein, welch´ eine große Anlage da sein Aufenthaltsort war.
Damit zurück in die jüngste Vergangenheit und zur CCD-Ausfahrt. 30 Capri und zwei Fahrzeuge mit Capri-Besitzern waren am Start. Ralf Geisler wurde in diesem Jahr vom ehemaligen 1. Vorsitzenden des Clubs, Ehrenmitglied Malcom Beresford, unterstützt.
Er ließ alle Fahrer beim Start zunächst in einem kleinen Sack herumtasten. Fünf Bauteile eines Autos waren „blindlings“ für die Wertung zu erkennen. Dann ging es auf eine landschaftlich reizvolle Strecke mit erfreulich viel „auf und nieder“ durch das mittelhessische Land. Ziel war Dietzhölztal, eine in den 1970er Jahren im Zuge der hessischen Gebietsreform im Lahn-Dill-Kreis entstandene Großgemeinde.
Im dortigen Ortsteil Ewersbach lockt seit dem 23. Juli 2023 das „Nationale Automuseum – The Loh Collection“ die Besucher an. Uns auch. Seit der Eröffnung konnte die mehrfach prämierte Sammlung in zwei Jahren bereits mehr als 170.000 Besucher aus aller Welt begrüßen. Auch als beliebter Startpunkt, Zwischenstopp oder Zielpunkt für Oldtimer-Rallyes, Orientierungsfahrten sowie Clubtreffen und als Event-Location hat sich das Museum etabliert. Ebenso als Wirtschaftsfaktor: Bis heute wurden im Museum und seinem direkten Umfeld rund 80 Arbeitsplätze geschaffen.
Mit rund 160 spektakulären Fahrzeugen von über 50 Marken aus mehr als zehn Ländern ist das Museum eine der spannendsten Autosammlungen der Welt. Die in einem Ensemble historischer Industriehallen untergebrachte Ausstellung zeigt zahlreiche Einzelstücke, Prototypen und Highlights der Automobilgeschichte von 1895 bis heute. Darunter Michael Schumachers erster Weltmeister-Ferrari, der Lincoln Continental von US-Präsident John F. Kennedy oder das nur einmal gebaute Rekordfahrzeug Maybach Exelero.
RS bereichert die Ausstellung
Initiator der Sammlung ist der Unternehmer und Oldtimer-Enthusiast Friedhelm Loh. Die Passion für klassische Automobile begleitet den Inhaber und Vorstandsvorsitzenden der Friedhelm Loh Group bereits seit Jahrzehnten und gilt nicht nur dem Sammeln, sondern auch dem Fahren. Sein Familienunternehmen beschäftigt heute in über 95 internationalen Tochtergesellschaften circa 12.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von rund drei Milliarden Euro.
Wir waren beeindruckt. Autos wie in Setzkästen an einer Wand, stimmungsvolle Dekorationen wie jene einer alten Werkstatt oder ein Kino wie damals begeisterten uns. Dass es auch ein Renn-RS, pilotiert unter anderem von Klaus Ludwig in der Deutschen Rennsportmeisterschaft, in die Ausstellung schaffte, finden wir selbstverständlich richtig gut. Dieser Capri wurde ab der Saison 1973 von Grab Ford in Siegen eingesetzt. Im Museum waren zur Auswertung unserer Ausfahrt einige Fragen zu beantworten.
„Welche Startnummer nehmen wir?“ Team Keiterling überlegt. Beim 3-Gang-Buffet starteten wie immer die Damen zuerst, im Bild das Team Kupka/Fackiner. Die Loh Collection war der Zwischenstopp für die Capri-Clique.
Start zur zweiten Etappe, im Bild sollten die meisten der teilnehmenden Capri zu sehen sein.
Der Start zur zweiten Etappe wurde erneut von Malcom durchgeführt. Seine drei Fragen drehten sich in diesem Fall um seinen III-er 3 Liter Spezial. Beispiel: In wie vielen Grundfarben wurde dieses Modell einst angeboten? Nun, die Auswahl war nicht groß. In Weiß. Sonst nix. Man hatte nicht viel, damals.
Ralf stellte in beiden Etappen das Gefühl für die Wegstrecke auf die Probe. Einmal einen Meter vorrollen, einmal eine halbe Radumdrehung. Bei der ersten dieser beiden Wertungen soll der zwei Meter lange Zollstock bei einigen Teams sogar etwas zu kurz gewesen sein. Bei der halben Radumdrehung fielen die Ergebnisse später deutlich besser aus.
Zurück im Schlosshotel zog es die einen Richtung Sauna oder Schwimmbad, die anderen zu Kaffee und Kuchen und einige zu einem erfrischenden Kaltgetränk. So ließen es sich alle „Capriristi“ gutgehen auf dem Weg in Richtung Abendessen und Siegerehrung.
Die Besten, eingerahmt von Ralf und Günter: Georg und Petra Klughardt (Platz zwei), die Sieger Guido und Tamara Verse sowie Peter Kupka und Andrea Fackiner (Platz drei).
Als unschlagbar erwies sich das Team Guido und Tamara Verse. Georg und Petra Klughardt durften sich über den silbernen Pokal freuen. Peter Kupka fuhr mit Co-Pilotin Andrea Fackiner auf den dritten Rang.
Für die weiteste Anreise wurden Carsten und Stefan Böhnisch ausgezeichnet, die mit dem vom Vater geerbten Capri eine Reise von zweimal 518 Kilometern auf sich genommen hatten. Damit hatten sie laut Google Maps knapp die Nase vorn.
Stefan (mit Pokal) und Carsten Boenisch wurden von Ralf Geisler und Günter Schiffer für die weiteste Anreise geehrt.
[Text: Marc Keiterling - Fotos: Frank Lehmann & Marc Keiterling]



















