Im Mai 1983 kaufte ich mir meinen ersten Capri. Es war ein grüner II-er 1300 mit 55 PS. Ein jäher Glatteisunfall mit Überschlag trennte uns leider nach nur neun Monaten. Und es musste noch ein weiteres Jahr vergehen, bis ich mein erstes Capri-Treffen besuchte. 1985, vor nunmehr 41 Jahren.
Gleich nach dem Crash im Februar 1984 war mir klar: mein nächstes Auto wird wieder ein Capri, da ich inzwischen durch und durch mit dem Capri-Virus infiziert war. Also sparen, sparen wo es nur ging.
Dann kam der Tag und wir bekamen einen Capri als Inzahlungnahme. Den wollte ich haben. Doch mein Dad sagte nein. Mit Hilfe meiner Brüder konnten wir den Vater dann doch überzeugen, mir den Capri zu verkaufen. Nun war ich also im Besitz eines weißen II-ers. Ein 1600er GT mit 88 PS, scharfer Nockenwelle, Doppelvergaser und Fächerkrümmer. Der einzige Wermutstropfen: das Automatikgetriebe.
Egal: ich fuhr wieder Capri. Ein guter Freund aus Idstein fragte mich eines Tages, ob ich nicht Interesse daran hätte, das Auto auf Schaltgetriebe umzubauen. Er habe noch eines im Keller liegen, welches er mir schenken würde. Klar hatte ich daran Interesse, flotter unterwegs zu sein!
Im Vorfeld wurden alle benötigten Umbauteile besorgt und dann stand der Termin fest. Noch ´nen Helfer organisiert und der vierte Mann (Kasten Bier) durfte natürlich auch nicht fehlen.
So fingen wir an einem Freitag mit dem Umbau an. Am folgenden Samstag kam dann das Problem mit der Getriebetraverse. Keine passende da. Also zum Schrotti fahren und zwei suchen. Ausmessen, auseinander flexen, passend zusammenschweißen und der Umbau konnte weitergehen.
Am Sonntagnachmittag war es dann geschafft. Auf der Heimfahrt konnte ich das erste Mal die 88 PS auf der Autobahn voll auskosten. Es war einfach herrlich!
Der erste Schritt zur Verwandlung war also getan. Nun musste nur noch eine neue Farbe her. In den nächsten Wochen arbeitete ich jeden Tag nach Feierabend an der Vorbereitung für eine neue Lackierung. War ja nicht so einfach, hab`s ja nicht gelernt. Aber nach ein paar Wochen war es dann so weit.
Lackierung für 150 D-Mark
Ein befreundeter Lacker bekam zwei Kilogramm Lack und 150 D-Mark in die Hand und mein Capri bekam ein neues Kleid in einem wunderschönen Rot. Aber nur eine frische Hülle war mir zu wenig. Es muss noch was Auffälliges her. Und was war in der 80ern modern? Natürlich der Bunny-Hase! So holte ich mir in unserer Hauslackiererei ein Angebot für diese Aktion ein und war zufrieden.
Nun verzierte an verschiedenen Stellen ein Bunny-Motiv als Hingucker meinen Capri. Auch für den Innenraum musste was her. So ging ich zu einer Autofellfirma und ließ mir für die eingelassenen Kopfstützen spezielle Fellüberzüge anfertigen. In Schwarz mit rotem Bunny.
Schiebedach, auflackiertes Bunny - und darüber thront die Kim.
Ab da fuhr ich mit meinem auffälligen Capri durch die Gegend. Im Sommer 1985 durfte ich als Mädchen nur als Beifahrerin mit auf ein Capri-Treffen fahren, was mir natürlich nicht passte. Aber so war das damals.
Und dann war es so weit. Ich war mittlerweile Solo und kannte alle Termine für das noch laufende Jahr. So fuhr ich ohne Club und männlicher Unterstützung im Hintergrund noch 1985 nach Limburg zu meinem ersten Capri-Treffen im eigenen Auto.
Ich bin nun schon 41 Jahre meines Lebens mit Euch auf Capri-Treffen unterwegs und freue mich auf die nächsten Partynächte.
[Text & Fotos: Kim Stamm]








